Vorheriger
Wie Sie Ihren Unternehmenswert aktiv steigern können – Eine Zusammenfassung.
Nächster
Das Multiplikatorverfahren in der Unternehmensbewertung
Alle Artikel

📄 Kostenloser Leitfaden

Unternehmen verkaufen – Schritt für Schritt

✓ Checkliste ✓ EBIT-Multiples ✓ Werthebel

14 Seiten PDF – sofort per E-Mail – kein Spam

📄 Gratis Leitfaden

Firmenverkauf Schritt für Schritt

Due Diligence Unternehmensverkauf

Due Diligence: Eine umfassende Überprüfung im Rahmen der Unternehmensnachfolgeplanung

Die Due Diligence ist der kritischste Moment im Verkaufsprozess: Hier entscheidet sich, ob der Käufer den vereinbarten Preis zahlt – oder nachverhandelt. Als Verkäufer können Sie den Ausgang maßgeblich beeinflussen, wenn Sie gut vorbereitet sind. In diesem Leitfaden erfahren Sie, was bei einer Due Diligence geprüft wird, wie lange sie dauert und wie Sie typische Fallstricke vermeiden.

Due Diligence in Zahlen:

4-12

Wochen typische Dauer

200+

Dokumente im Datenraum

5-15%

typischer Preisabschlag bei Mängeln

Was ist Due Diligence?

Der Begriff Due Diligence (deutsch: "gebotene Sorgfalt") bezeichnet die systematische Prüfung eines Unternehmens vor dem Kauf oder Verkauf. Der Käufer – oder seine Berater – analysieren dabei alle relevanten Aspekte des Unternehmens: Finanzen, Verträge, Steuern, Mitarbeiter, Kunden, IT und mehr.

Ziel ist es, ein vollständiges Bild des Unternehmens zu erhalten, Risiken zu identifizieren und den Unternehmenswert zu validieren. Die Due Diligence findet typischerweise nach der Unterzeichnung eines Letter of Intent (LOI) statt und ist Voraussetzung für den finalen Kaufvertrag.

Definition:

Due Diligence ist die umfassende Prüfung eines Unternehmens durch den Käufer vor Abschluss einer M&A-Transaktion. Sie dient der Risikobewertung, Kaufpreisvalidierung und Vorbereitung des Kaufvertrags.

Warum ist die Due Diligence so wichtig?

Die Due Diligence ist für beide Seiten entscheidend – aber aus unterschiedlichen Gründen:

Für den Käufer

  • Validierung des Kaufpreises
  • Identifikation versteckter Risiken
  • Grundlage für Garantien im Kaufvertrag
  • Planung der Integration nach dem Kauf
  • Absicherung der Finanzierung

Für den Verkäufer

  • Bestätigung des vereinbarten Preises
  • Vermeidung von Nachverhandlungen
  • Professioneller Eindruck beim Käufer
  • Schnellerer Abschluss der Transaktion
  • Reduzierte Garantie-Anforderungen

Wichtig für Verkäufer:

Eine schlecht vorbereitete Due Diligence ist der häufigste Grund für Preisabschläge nach dem LOI. Käufer nutzen jede Unklarheit, um nachzuverhandeln. Wer seine Unterlagen im Griff hat, behält die Verhandlungsposition.

Die 8 Prüfbereiche der Due Diligence

Je nach Unternehmensgröße und Branche werden unterschiedliche Bereiche geprüft. Bei mittelständischen Unternehmen sind typischerweise diese acht Bereiche relevant:

1

Financial Due Diligence

Prüfung der Finanzberichte, Jahresabschlüsse, BWAs, Planungsrechnungen, Working Capital und Cashflows. Ziel: Validierung der Ertragskraft und Identifikation von Normalisierungen (z.B. nicht-betriebsnotwendige Kosten, Einmaleffekte).

Typische Dokumente: Jahresabschlüsse (3-5 Jahre), monatliche BWAs, Kontenblätter, Bankbestätigungen

2

Tax Due Diligence

Prüfung der steuerlichen Situation: Steuererklärungen, Betriebsprüfungen, latente Steuerrisiken, Verlustvorträge und steuerliche Strukturierung. Besonders wichtig bei steuerlichen Implikationen des Verkaufs.

Typische Dokumente: Steuerbescheide, BP-Berichte, USt-Voranmeldungen, Verrechnungspreisdokumentation

3

Legal Due Diligence

Prüfung aller rechtlichen Aspekte: Gesellschaftsverträge, Handelsregister, wesentliche Verträge, Rechtsstreitigkeiten, Genehmigungen und Compliance. Besonderes Augenmerk auf Change-of-Control-Klauseln.

Typische Dokumente: Gesellschaftsvertrag, Kundenverträge, Mietverträge, Lizenzverträge, Prozessakten

4

Commercial Due Diligence

Analyse von Markt, Wettbewerb, Kundenstruktur und Geschäftsmodell. Wie nachhaltig sind die Umsätze? Wie abhängig ist das Unternehmen von einzelnen Kunden? Wie entwickelt sich der Markt?

Typische Dokumente: Kundenliste mit Umsätzen, Marktanalysen, Wettbewerbsübersicht, Vertriebspipeline

5

HR Due Diligence

Prüfung der Personalstruktur: Arbeitsverträge, Gehälter, Pensionszusagen, Betriebsvereinbarungen, Schlüsselpersonen und Fluktuation. Kritisch: Abhängigkeit vom Inhaber und Nachfolgeregelungen.

Typische Dokumente: Organigramm, Arbeitsverträge, Gehaltslisten, Pensionsgutachten, Betriebsvereinbarungen

6

Operational Due Diligence

Analyse der operativen Prozesse: Produktion, Lieferkette, Qualitätsmanagement, Lieferantenbeziehungen und Kapazitäten. Gibt es Investitionsstau? Wie effizient sind die Abläufe?

Typische Dokumente: Prozessdokumentation, Lieferantenverträge, Investitionsplan, Zertifizierungen

7

IT Due Diligence

Prüfung der IT-Infrastruktur: Systeme, Software-Lizenzen, Datensicherheit, DSGVO-Compliance und technische Schulden. Besonders relevant bei digitalem Geschäftsmodell oder SaaS-Unternehmen.

Typische Dokumente: Systemübersicht, Lizenzverträge, Datenschutzkonzept, IT-Sicherheitskonzept

8

Environmental Due Diligence

Prüfung von Umweltrisiken: Altlasten, Genehmigungen, Emissionen und ESG-Compliance. Besonders relevant bei Immobilienbesitz, produzierendem Gewerbe oder Unternehmen mit Umweltauflagen.

Typische Dokumente: Umweltgutachten, Genehmigungsbescheide, Entsorgungsnachweise

Ablauf und Dauer der Due Diligence

Der typische Ablauf einer Due Diligence beim Unternehmensverkauf folgt einem strukturierten Prozess:

1

LOI / Term Sheet unterzeichnet

Exklusivität vereinbart, Kaufpreis indikativ festgelegt

2

Datenraum einrichten (1-2 Wochen)

Dokumente strukturiert hochladen, Zugänge vergeben

3

Dokumentenprüfung (2-4 Wochen)

Käufer-Berater prüfen Unterlagen, stellen Q&A-Fragen

4

Management Presentation / Site Visit (1 Woche)

Präsentation vor Käufer, Besichtigung, Expertengespräche

5

DD-Reports erstellen (1-2 Wochen)

Berater erstellen Berichte mit Findings und Red Flags

6

Verhandlung & Kaufvertrag

DD-Ergebnisse fließen in Kaufpreis und Garantien ein

Unternehmensgröße Typische Dauer Umfang
Kleines Unternehmen (<1 Mio. € Umsatz) 2-4 Wochen Financial, Legal, Tax (Basis)
Mittelstand (1-20 Mio. € Umsatz) 4-8 Wochen Alle relevanten Bereiche
Größerer Mittelstand (>20 Mio. € Umsatz) 8-12 Wochen Umfassend, mehrere Berater-Teams

Optimale Vorbereitung als Verkäufer

Die beste Vorbereitung auf die Due Diligence beginnt lange vor dem Verkaufsprozess. Idealerweise führen Sie eine Vendor Due Diligence durch – also eine eigene Prüfung vorab.

6-12 Monate vorher

  • Unterlagen systematisch ordnen
  • Verträge auf Change-of-Control prüfen
  • Offene Rechtsstreitigkeiten klären
  • Steuerliche Risiken identifizieren
  • Exit Readiness Check durchführen

3 Monate vorher

  • Datenraum-Struktur vorbereiten
  • Fehlende Dokumente beschaffen
  • Q&A-Katalog antizipieren
  • Management Presentation erstellen
  • Berater briefen

Während der DD

  • Schnelle Reaktion auf Q&A (<48h)
  • Proaktive Kommunikation
  • Keine Überraschungen zulassen
  • Schwächen offen ansprechen
  • Lösungen statt Probleme präsentieren

Häufige Fehler bei der Due Diligence vermeiden

Diese Fehler führen regelmäßig zu Preisabschlägen oder sogar zum Abbruch der Transaktion:

1

Unvollständige Unterlagen

Fehlende Dokumente signalisieren mangelnde Professionalität und wecken Misstrauen. Der Käufer wird vorsichtiger – und fordert mehr Garantien.

2

Überraschungen im Prozess

Probleme, die erst in der DD auftauchen, führen fast immer zu Nachverhandlungen. Besser: Bekannte Risiken vorab im Informationsmemorandum offenlegen.

3

Langsame Reaktionszeiten

Wer auf Fragen tagelang nicht antwortet, verliert Momentum. Der Käufer verliert das Interesse oder vermutet, dass etwas verheimlicht wird.

4

Inhaberabhängigkeit nicht adressiert

Wenn das gesamte Wissen beim Inhaber liegt, ist das ein massives Risiko für den Käufer. Lösung: Dokumentation und Übergabekonzept vorbereiten.

Due Diligence Checkliste für Verkäufer

Diese Dokumente sollten Sie für den Datenraum vorbereiten. Die Liste ist nicht abschließend – je nach Branche und Käufer können weitere Unterlagen erforderlich sein.

Finanzen

Steuern

Rechtliches

Personal

Geschäft & Kunden

Tipp: Nutzen Sie unsere ausführliche Checkliste für den Unternehmensverkauf für eine vollständige Vorbereitung.

Häufige Fragen zur Due Diligence

Wie lange dauert eine Due Diligence? +
Die Dauer hängt von der Unternehmensgröße und Komplexität ab. Bei kleinen Unternehmen (unter 1 Mio. € Umsatz) sind 2-4 Wochen realistisch. Im Mittelstand sollten Sie 4-8 Wochen einplanen. Bei größeren Transaktionen kann die Due Diligence auch 8-12 Wochen dauern. Gut vorbereitete Verkäufer können den Prozess erheblich beschleunigen.
Wer trägt die Kosten der Due Diligence? +
In der Regel trägt jede Partei ihre eigenen Kosten: Der Käufer bezahlt seine Berater (Wirtschaftsprüfer, Anwälte, Steuerberater), der Verkäufer seine. Bei einer Vendor Due Diligence – also einer vorbereitenden Prüfung durch den Verkäufer – trägt dieser die Kosten, kann aber den Bericht mehreren Interessenten zur Verfügung stellen.
Was ist ein Datenraum? +
Ein Datenraum (Virtual Data Room, VDR) ist eine gesicherte Online-Plattform, auf der alle relevanten Dokumente für die Due Diligence bereitgestellt werden. Der Verkäufer lädt die Unterlagen strukturiert hoch, der Käufer und seine Berater erhalten Zugang mit detaillierter Rechteverwaltung. Gängige Anbieter sind Ansarada, Intralinks oder auch einfachere Lösungen wie speziell gesicherte Sharepoint-Räume.
Was passiert, wenn die DD Probleme aufdeckt? +
Das hängt von der Schwere der Findings ab. Kleinere Mängel führen oft zu Garantien im Kaufvertrag oder Einbehalten auf einem Treuhandkonto. Größere Probleme können zu Kaufpreisreduktionen von 5-15% führen. Bei schwerwiegenden "Deal Breakern" (z.B. unbekannte Rechtsstreitigkeiten, massive Steuernachzahlungen) kann der Käufer die Transaktion auch abbrechen.
Brauche ich als Verkäufer eigene Berater? +
Ja, unbedingt. Ein erfahrener M&A-Berater koordiniert den Prozess, bereitet den Datenraum vor und beantwortet Fragen des Käufers. Zusätzlich sollten Sie einen auf M&A spezialisierten Rechtsanwalt für den Kaufvertrag haben. Ihr Steuerberater sollte ebenfalls eingebunden sein, um steuerliche Fragen zu klären.
Was ist eine Vendor Due Diligence? +
Bei einer Vendor Due Diligence (VDD) beauftragt der Verkäufer selbst Berater, um das Unternehmen vor dem Verkaufsprozess zu prüfen. Vorteile: Sie kennen potenzielle Probleme vorab, können diese adressieren und präsentieren sich professionell. Der VDD-Report kann mehreren Kaufinteressenten zur Verfügung gestellt werden, was bei Auktionsprozessen Zeit spart.

Gut vorbereitet in die Due Diligence?

Prüfen Sie Ihre Exit-Readiness und identifizieren Sie Optimierungspotenzial vor dem Verkaufsprozess.

Unternehmensnachfolge in Ihrer Region

exit-coach.de
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.