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Unternehmen verkaufen – Schritt für Schritt

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Firmenverkauf Schritt für Schritt

Vorgehen Unternehmensverkauf

Das Vorgehen beim Unternehmensverkauf – Ein schrittweiser Prozess

Ein Unternehmensverkauf ist für die meisten Unternehmer eine einmalige Erfahrung – und eine der wichtigsten Entscheidungen ihres Lebens. Wer den Ablauf kennt und strukturiert vorgeht, erzielt nicht nur einen besseren Preis, sondern vermeidet auch typische Fehler, die Deals zum Scheitern bringen. In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen den kompletten Verkaufsprozess in 8 Phasen.

Der Unternehmensverkauf in Zahlen:

6-12

Monate typische Dauer

8

Phasen im Verkaufsprozess

70%

der Deals scheitern ohne Vorbereitung

Überblick: Die 8 Phasen des Verkaufsprozesses

Jeder Unternehmensverkauf folgt einem ähnlichen Ablauf – unabhängig von Branche oder Größe. Die Phasen können sich überlappen, aber die Reihenfolge bleibt gleich:

1

Vorbereitung

2

Bewertung

3

Unterlagen

4

Käufersuche

5

Verhandlung

6

Due Diligence

7

Kaufvertrag

8

Übergabe

Phase 1: Strategische Vorbereitung

Die Vorbereitung ist die wichtigste Phase – und wird am häufigsten unterschätzt. Idealerweise beginnen Sie 12-24 Monate vor dem geplanten Verkauf.

Was in dieser Phase passiert:

  • Verkaufsziele definieren: Warum verkaufen Sie? Was ist Ihr Mindestpreis? Welche Rolle spielen Sie nach dem Verkauf?
  • Timing festlegen: Wann ist der optimale Zeitpunkt? (Marktlage, persönliche Situation, Unternehmensentwicklung)
  • Berater auswählen: M&A-Berater, Steuerberater, Rechtsanwalt – das Team zusammenstellen
  • Unterlagen ordnen: Jahresabschlüsse, Verträge, Organigramm, Prozessdokumentation
  • Schwachstellen beheben: Inhaberabhängigkeit reduzieren, offene Rechtsthemen klären

Tipp: Nutzen Sie unseren Exit Readiness Check, um Ihre Verkaufsbereitschaft zu prüfen.

Phase 2: Unternehmensbewertung

Eine realistische Unternehmensbewertung ist die Grundlage für erfolgreiche Verhandlungen. Zu hoch angesetzt schreckt Käufer ab, zu niedrig verschenken Sie Geld.

Gängige Bewertungsmethoden:

  • Multiplikatorverfahren: EBITDA × Branchenmultiplikator (z.B. 5x EBITDA)
  • Ertragswertverfahren: Diskontierte zukünftige Erträge
  • Substanzwertverfahren: Summe der Vermögenswerte (selten allein angewendet)
  • Vergleichstransaktionen: Was wurden ähnliche Unternehmen verkauft?

Wichtig:

Der Unternehmenswert ist nicht gleich dem Kaufpreis. In den Verhandlungen spielen weitere Faktoren eine Rolle: Zahlungsmodalitäten, Earn-Out-Regelungen, Garantien und die Wettbewerbssituation unter den Käufern.

Phase 3: Verkaufsunterlagen erstellen

Professionelle Verkaufsunterlagen sind Ihre Visitenkarte im M&A-Prozess. Sie entscheiden darüber, ob Käufer Interesse entwickeln.

Teaser (1-2 Seiten)

Anonymisierte Kurzdarstellung für die erste Ansprache. Enthält Branche, Größenordnung, Region und Highlights – aber keinen Firmennamen.

Informationsmemorandum (20-40 Seiten)

Ausführliche Darstellung nach NDA-Unterzeichnung: Geschichte, Geschäftsmodell, Finanzen, Team, Markt, Wachstumspotenzial.

Datenraum

Virtueller Raum mit allen Dokumenten für die Due Diligence: Verträge, Jahresabschlüsse, Steuerbescheide, Personalunterlagen.

Phase 4: Käufersuche & Ansprache

Die Identifikation und diskrete Ansprache potenzieller Käufer ist eine Kernaufgabe im Verkaufsprozess.

Typische Käufergruppen:

  • Strategische Käufer: Wettbewerber, Zulieferer, Kunden – suchen Synergien
  • Finanzinvestoren: Private Equity, Family Offices – suchen Rendite
  • MBI-Kandidaten: Externe Manager, die ein Unternehmen kaufen und führen wollen
  • Internes Management (MBO): Bestehendes Führungsteam übernimmt

Kanäle zur Käufersuche:

  • Direktansprache durch M&A-Berater (diskret, zielgerichtet)
  • Unternehmensbörsen (DUB.de, Nexxt-Change, BizBuySell)
  • Eigenes Netzwerk (Branchenverbände, IHK, Steuerberater)
  • Strukturierte Auktion bei mehreren Interessenten

Vertraulichkeit ist essenziell:

Bevor Sie Details preisgeben, sollte jeder Interessent ein NDA (Non-Disclosure Agreement) unterzeichnen. Ein bekannt gewordener Verkaufsprozess kann Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten verunsichern.

Phase 5: Verhandlung & Letter of Intent (LOI)

Wenn ein Käufer ernsthaftes Interesse hat, beginnen die Verhandlungen über die wesentlichen Deal-Parameter.

Der LOI regelt typischerweise:

  • Indikativer Kaufpreis: Preisspanne oder konkreter Wert
  • Deal-Struktur: Share Deal vs. Asset Deal
  • Exklusivität: Zeitraum, in dem Sie nicht mit anderen verhandeln
  • Zeitplan: Due Diligence, Closing-Datum
  • Bedingungen: Finanzierungsvorbehalt, Gremienvorbehalte
  • Vertraulichkeit: Geheimhaltungspflichten

Achtung:

Der LOI ist meist nicht bindend hinsichtlich des Kaufpreises. Erst der finale Kaufvertrag ist verbindlich. Nach dem LOI kann der Käufer in der Due Diligence noch nachverhandeln.

Phase 6: Due Diligence

Die Due Diligence ist die intensive Prüfungsphase, in der der Käufer Ihr Unternehmen auf Herz und Nieren prüft.

Financial

Finanzen, Cashflows, Working Capital

Tax

Steuern, Betriebsprüfungen

Legal

Verträge, Rechtsstreitigkeiten

HR

Personal, Schlüsselpersonen

Dauer: 4-8 Wochen im Mittelstand. Je besser Sie vorbereitet sind, desto schneller und reibungsloser läuft die Prüfung.

Phase 7: Kaufvertrag & Closing

Nach erfolgreicher Due Diligence wird der Kaufvertrag (Share Purchase Agreement / Asset Purchase Agreement) verhandelt und unterzeichnet.

Typische Vertragsbestandteile:

  • Kaufpreis & Zahlungsmodalitäten: Einmalzahlung, Ratenzahlung, Earn-Out
  • Kaufpreisanpassung: Working Capital Adjustment, Nettofinanzschulden
  • Garantien & Gewährleistungen: Zusicherungen des Verkäufers über Unternehmenszustand
  • Haftungsbeschränkungen: Caps, Baskets, De-minimis-Regelungen
  • Wettbewerbsverbot: Einschränkungen für den Verkäufer nach dem Verkauf
  • Closing-Bedingungen: Voraussetzungen für den Vollzug

Signing vs. Closing:

Signing = Vertragsunterzeichnung. Closing = tatsächlicher Vollzug (Geld fließt, Anteile wechseln). Dazwischen können Wochen liegen – z.B. für Kartellfreigaben oder Finanzierungsbestätigungen.

Phase 8: Übergabe & Integration

Nach dem Closing beginnt die Übergangsphase. Der Verkäufer unterstützt typischerweise für 3-12 Monate bei der Übergabe.

Aufgaben in der Übergabephase:

  • Kommunikation: Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten informieren
  • Wissenstransfer: Einarbeitung des neuen Managements
  • Kundenübergabe: Wichtige Kundenbeziehungen übergeben
  • Operative Unterstützung: Bei Bedarf weiter mitarbeiten
  • Earn-Out-Ziele: Falls vereinbart, gemeinsam erreichen

Timeline: Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf?

Ein strukturierter Verkaufsprozess dauert typischerweise 6-12 Monate vom Start bis zum Closing – die Vorbereitung kommt noch dazu.

Phase Dauer Kumuliert
1. Vorbereitung 1-3 Monate Monat 1-3
2. Bewertung & Unterlagen 1-2 Monate Monat 2-5
3. Käufersuche & Ansprache 2-4 Monate Monat 4-8
4. Verhandlung & LOI 1-2 Monate Monat 6-9
5. Due Diligence 1-2 Monate Monat 7-11
6. Kaufvertrag & Closing 1-2 Monate Monat 8-12
Gesamt 6-12 Monate

Die 5 häufigsten Fehler beim Unternehmensverkauf

Diese Fehler bringen Deals zum Scheitern oder kosten Sie viel Geld:

1

Keine oder zu späte Vorbereitung

Wer erst mit dem Verkauf beginnt, wenn er muss, hat keine Zeit für Optimierungen und verhandelt aus einer Position der Schwäche.

2

Unrealistische Preisvorstellung

Emotionale Bindung führt oft zu überhöhten Erwartungen. Käufer orientieren sich an Marktdaten, nicht an Ihren Träumen.

3

Nur mit einem Käufer verhandeln

Ohne Wettbewerb haben Sie keine Verhandlungsmacht. Ein guter Prozess schafft Konkurrenz unter Interessenten.

4

Vernachlässigung des Tagesgeschäfts

Der Verkaufsprozess kostet Zeit. Wenn währenddessen die Zahlen einbrechen, sinkt auch der Kaufpreis.

5

Steuerliche Aspekte ignorieren

Die Deal-Struktur (Share vs. Asset Deal) hat massive steuerliche Auswirkungen. Frühzeitige Planung kann Hunderttausende sparen.

Häufige Fragen zum Ablauf beim Unternehmensverkauf

Wie lange dauert ein Unternehmensverkauf? +
Ein strukturierter Verkaufsprozess dauert typischerweise 6-12 Monate vom aktiven Start bis zum Closing. Die Vorbereitungsphase kommt noch dazu – idealerweise beginnen Sie 12-24 Monate vor dem geplanten Verkauf mit der Optimierung Ihres Unternehmens.
Brauche ich einen M&A-Berater? +
Für die meisten Unternehmer empfiehlt sich ein erfahrener M&A-Berater. Er kennt den Markt, hat Zugang zu Käufern, führt die Verhandlungen professionell und lässt Sie das Tagesgeschäft weiterführen. Die Beratungskosten (oft 3-5% des Kaufpreises als Erfolgshonorar) werden durch bessere Verkaufspreise meist mehr als ausgeglichen.
Wann ist der beste Zeitpunkt für einen Unternehmensverkauf? +
Der beste Zeitpunkt ist, wenn das Unternehmen gut läuft und Sie noch nicht müssen. Faktoren: positive Geschäftsentwicklung, gutes Marktumfeld, ausreichend Zeit für den Prozess, persönliche Bereitschaft. Verkaufen Sie aus einer Position der Stärke, nicht der Schwäche.
Was kostet ein Unternehmensverkauf? +
Die Transaktionskosten liegen typischerweise bei 5-10% des Kaufpreises: M&A-Berater (3-5% Erfolgshonorar), Rechtsanwalt (1-2%), Steuerberater, ggf. Wirtschaftsprüfer. Bei größeren Deals sinkt der prozentuale Anteil. Diese Kosten sind als Veräußerungskosten steuerlich absetzbar.
Wie finde ich den richtigen Käufer? +
Die Käufersuche erfolgt über mehrere Kanäle: gezielte Direktansprache durch M&A-Berater, Unternehmensbörsen (DUB.de, Nexxt-Change), eigenes Netzwerk. Der "richtige" Käufer bietet nicht nur den besten Preis, sondern passt auch zur Unternehmenskultur und sichert die Zukunft von Mitarbeitern und Kunden.
Was ist ein Letter of Intent (LOI)? +
Der Letter of Intent (LOI) ist eine Absichtserklärung, die vor der Due Diligence unterzeichnet wird. Er regelt den indikativen Kaufpreis, die Deal-Struktur, Exklusivität und den weiteren Zeitplan. Der LOI ist hinsichtlich des Kaufpreises meist nicht bindend – verbindlich wird es erst mit dem Kaufvertrag.

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